Bohnengeschichte(n)

Redensarten zu Bohnen

Wenn die Bohnen blühen, gibt es viele Narren - dieser Spruch ist in ganz Westeuropa bekannt. Ob er sich auf das zur Bohnenblüte herrschende Sommerwetter bezieht, dass zur Ausgelassenheit anregt? Eingebürgert haben sich auch andere Bohnen-Redewendungen wie "nicht die Bohne" oder "dumm wie Bohnenstroh". "Nicht die Bohne" wird in Zusammenhang gebracht mit der Wertlosigkeit einer einzelnen Bohne und steht für gar nichts, keineswegs. "Grob oder dumm wie Bohnenstroh" bezieht sich auf die Stängel der Vicia faba (Ackerbohne), die einst als Strohersatz bei Kleinbauern diente.


Rowan Atkinson verkörpert in der Fernsehserie "Mr. Bean" einen unbeholfenen, peinlich lustigen, aber sympathischen Menschen. Der Name wurde nicht zufällig gewählt. In England heisst es über einen unbeholfenen Menschen: "He doesn't know beans".


Fave dolci und Allerseelen-Bohnen

Einst glaubten die Griechen, dass sich die Seelen der Verstorbenen in Bohnenkerne einnisten und dort auf die Wiedergeburt warten. Deshalb verspeiste z.B.  der berühmte Mathematiker Pythagoras keine Bohnen.


Anders in Italien. Dort veranstaltete man früher im Mai, in der Zeit also, in der in Italien die Favabohnen (Dicken Bohnen) reifen, Totenfeste („Lemuralia“ am 9., 11. und 13. Mai). Dabei vertrieb der Hausvater mit Gerassel vergessene Seelen aus dem Haus oder besänftigte sie mit Bohnenkernen.

Das Allerheiligenfest wurde zu Beginn seiner Einführung am 13.  Mai gefeiert.  200 Jahre später verlegte man es allerdings auf den 1. November. Nun hatten manche Italiener ein Problem: Im November gab es keine frischen Favabohnen, mit denen man die Verstorbenen besänftigen konnte.

 

Doch vielleicht mögen die Seelen auch Süsses? „Süsses in Bohnenform, aus Bohnenmehl gebacken!“ ist deshalb die rettende Idee. Noch heute werden um Allerheiligen „Fave dolci“ („Süße Favabohnen“)   oder „Fave dei morti“ („Favabohnen der Toten“, „Allerseelen-Bohnen“), süsse, knusprige Gebäcke in Bohnenform selbst gebacken und auch als „Ausdruck geschätzter Tradition“ im Verkauf angeboten. 


Hans und die Bohnenranke

Wer von euch kennt das Märchen „Hans und die Bohnenranke“? Es soll eines der ältesten Märchen und vor etwa 5.000 Jahren zum ersten Mal erzählt worden sein.


Hans tauscht zur Enttäuschung seiner Stiefmutter die letzte Kuh gegen eine Handvoll Zauberbohnen. Aus Enttäuschung entsorgt sie die kleinen Bohnen, aus denen dann just eine Ranke bis in den Himmel spriesst....


Hans und die Bohnenranke (englisches Märchen)


Glücksbohnen - eine Geschichte zum Nachmachen

In sorgenvollen, aber auch in Zeiten in denen man sich alleine fühlt, gehen beglückkende Augenblicke manchmal unter oder wir nehmen sie gar nicht erst wahr.

Die folgende Geschichte von den Glücksbohnen soll dabei helfen, Glücksmomente bewusster zu erleben und motiviert zum Nachahmen:


Glücksbohnen


Mamemaki - die Zeremonie des Bohnenwerfens

Seit der Muromachi-Zeit (1333-1568) feiert man in Japan jeweils am 03. oder 04. Februar das sogenannte Setsubun (節分) - ein Bohnenfest. Mit dem „mamemaki“ (豆まき) Ritual werden dabei geröstete Bohnen ausgeworfen, um böse Dämonen zu vertreiben. Begleitet wird das Ritual vom Spruch: Dämonen hinaus - Glück herein!


Traditionell werden die Bohnen zwei Mal in die glücksbringende und zwei Mal in die unglücksbringende Richtung geworfen.

Ähnliche  Rituale finden auch in Tempeln statt. Hierbei dringen verkleidete Männer in die Tempel ein und werden dann von Priestern oder Prominenten mit Bohnen vertrieben. 


Die Bohnen werden schliesslich aufgesammelt und gegessen – eine für jedes Lebensjahr. Das soll Gesundheit bringen.


Übrigens: Mamemaki erklärt sich mit dem Wortspiel „mame“ – japanisch Bohne – und „mametsu“ – etwas „Böses auslöschen“. 

König sein für einen Tag?

Am 6. Januar ist das möglich. Der Dreikönigstag beginnt für viele von uns mit dem Haschen nach der goldenen Krone.


Der Brauch stammt ursprünglich von den Römern. Sie ehrten den Ackergott Saturn mit einem Kuchen, in dem eine Bohne steckte. Wer die Bohne fand, wurde als Bohnenkönig gefeiert.












Dieses Fest fand später Anklang in anderen Ländern und passte gut zum Dreikönigstag. So wurde der römische Brauch mit dem christlichen Fest vereint.


Der Brauch des Dreikönigskuchens ist in keinem anderen Land so stark verbreitet wie in der Schweiz. Jährlich werden im Durchschnitt 1.5 Millionen Kuchen verkauft, was ungefähr einem Kuchen pro Haushalt entspricht. Diese Beliebtheit ist dem Kunsthistoriker Max Währen zu verdanken, welcher den Brauch mit Hilfe des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverbandes Ende der 1950er Jahre wiederbelebte.